Presse  
 
   
Pressetexte und Downloads
In diesem Bereich können Sie Pressemitteilungen und Material downloaden.
Sollten Sie für ihr Medium Bilder mit hoher Auflösung benötigen, kontaktieren
Sie mich bitte per E-Mail.





PAGE Ausgabe 9/9 / 30.07.2009

antibuerokratieteam.net STILLESCHREIE / 29.07.2009

Westfälische Nachrichten / 30.05.2009

Münstersche Zeitung / 29.05.2009





Vorlagen

Ballon-Flyer

Interview "9 Fragen an Patricia Otte"

STILLESCHREIE und QR-Code

Pressetext über die Ballonaktion



Bilder

Übergriffe von Priestern

Sextourismus

Genfood





1. Wie sind Sie auf die Idee zu STILLESCHREIE gekommen?
Die Anregung dazu habe ich vor zwei Jahren auf der Documenta 12
bekommen. Das Video "Who's Listening" des koreanischen Künstlers
Yu-Chin Tseng hat einen dieser seltenen "Aha-Effekte" bei mir ausgelöst.
Erst scheinbar harmlose Bilder lassen dann im Kopf diese Doppeldeutigkeit
entstehen. So ein Effekt ist sehr einprägsam. Später dann entwickelte
sich bei mir die Idee, dieses durch Illustrationen auszudrücken.

2. Warum ist Misshandlung/Missbrauch Ihr Thema?
Weil es uns alle angeht. Wir sind von so vielen unterschiedlichen Formen
von Ungerechtigkeit und Missbrauch umgeben, dass wir uns schon fast
daran gewöhnt haben und viele Formen nicht mehr wahrnehmen. Das ist
auch der Grund, warum ich mich nicht auf den sexuellen Missbrauch
beschränke. Ich will auch auf die vielen anderen Arten von Misshand-
lungen aufmerksam machen.

3. Warum behandeln Sie so viele verschiedene Arten?
Gerade die Vielzahl von Themen ist mir sehr wichtig. Mir ist eine Darstellung
der Vielschichtigkeit wichtiger, als nur ein Thema isoliert zu zeigen. Für jeden
Menschen gibt es andere Berührungspunkte, weil Misshandlungen nicht nur
von Personen sondern auch von Institutionen ausgeübt werden. Oft sehen
wir das in diesem Zusammenhang nur nicht so deutlich. Nehmen wir das
Beispiel der weiblichen Beschneidung. Für viele geschieht das weit weg in
Afrika. Dabei sind wir Europäer durch die hier lebenden Migranten auch vor
Ort betroffen.

4. Warum haben Sie Karten/Flyer als Form ausgewählt?
Weil jeder gerne Karten bekommt. Der Flyer ist die moderne Variante. Durch
diese positive Einstellung zum Medium soll der Zugang erleichtert werden.
Außerdem ist der Platz hier begrenzt, das zwingt zur kurzen Darstellung,
zu einer prägnanten Darstellung.

5. Einige Motive sind sehr provokant andere recht brav, warum?
Wirklich? Vielleicht sollten Sie einen zweiten Blick riskieren. Die Provokation
entsteht immer im Kopf des Betrachters, nicht nur im Auge. Allerdings habe
ich diese Motive, etwa für die Karte der Luftballonaktion, schon bewusst
verwendet, denn diese Karten können ja auch von Kindern gefunden
werden. Da wäre ein heftiges Motiv unpassend.

6. Wofür steht die Ballon-Aktion innerhalb Ihrer Diplomarbeit?
Die Aktion ist eine Metapher für meine Absicht, viele Menschen zu erreichen.
Eine dunkle Metapher mit schwarzen Ballons, bei der sich die Zusammen-
hänge vielleicht nicht sofort erschließen, die aber durch die Farbe jede
Niedlichkeit ausschließt. Der Ballon als Symbol der Welt, welche die
STILLENSCHREIE einschließt. Gleichzeitig aber auch als Medium, welches
die Schreie in die Welt transportiert, um so möglichst viele Menschen zu
erreichen.

7. Was möchten Sie mit STILLESCHREIE bewirken?
Ich will andere Menschen auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam machen
und durch die Auflistung der Hilfsorganisationen auf der Webseite wenn
nicht eine Lösung, aber wenigstens eine Hilfestellung bieten. Das ist meine
Art, aus dieser passiven Betroffenheits-Haltung auszubrechen und im Rah-
men meiner Möglichkeiten etwas zu tun.

8. Einige Motive erinnern an Plakate von Klaus Staeck, auch wenn
der Text fehlt. Ist das beabsichtigt?

Nein, eigentlich nicht. Erst nachdem ich die Konzeption fertig hatte, habe ich
mich natürlich auch mit berühmten Künstlern wie Heartfield und Staeck be-
schäftigt. Heartfield hat die politische Fotomontage begründet und Staeck
ist ein Meister der satirischen Provokation. Die Fotomontage ist eine Form,
die ich benutze, aber genauso Installationen, Stillleben und Zeichnungen.
Staeck sagt ja, "seine Kunst wäre eine unangenehme Berührung mit der
Politik". Provozieren und Unangenehmes zeigen möchte ich auch, aber viel-
leicht etwas sanfter als Staeck und auf eine andere Art politisch. Was viel-
leicht noch eine Gemeinsamkeit sein könnte, sind inhaltliche Bezüge zu der
These von Beuys auf die "Einheit von Kunst und Leben".

9. Sollte sich Kunst denn immer noch mit politischen Themen
beschäftigen?

Ja, immer und gerade heute.
 
     
    DISCLAIMER KONTAKT IMPRESSUM